Kinder haben in der Grundversicherung keine Pflichtfranchise. Du kannst freiwillig eine Franchise bis CHF 600 wählen und bekommst dafür einen Prämienrabatt. Ob sich das lohnt, zeigt eine einfache Rechnung.
Stand: 27. September 2026
- Ordentliche Franchise für Kinder: CHF 0; Wahlfranchisen: 100, 200, 300, 400, 500, 600
- Selbstbehalt: 10 %, max. CHF 350 pro Jahr; kein Spitalbeitrag
- Rabatt für höhere Franchise: höchstens 70 % des zusätzlichen Risikos
- Schlimmster Fall mit Franchise 600: CHF 950 Kostenbeteiligung pro Jahr
- Höhere Franchise nur auf 1. Januar wählbar; tiefere bis 30. November melden
📋 Die Regeln für Kinder
| Kinder | Erwachsene | |
|---|---|---|
| Ordentliche Franchise | CHF 0 | CHF 300 |
| Wahlfranchisen | CHF 100 bis 600 | CHF 500 bis 2’500 |
| Selbstbehalt | 10 %, max. CHF 350 | 10 %, max. CHF 700 |
| Spitalbeitrag | keiner | CHF 15 pro Tag |
Als Kind gilt man bis Ende des Kalenderjahres, in dem man 18 wird. Quelle: KVG Art. 64, KVV Art. 91–95, 103–104.
Sind mehrere Kinder einer Familie bei derselben Kasse versichert, zahlen sie zusammen höchstens die Franchise und den maximalen Selbstbehalt einer erwachsenen Person (Art. 64 Abs. 4 KVG). Bei Wahlfranchisen gilt pro Kind höchstens das Doppelte des Höchstbetrags (Art. 93 Abs. 3 KVV). Diese Familienregel ist gesetzlich und gilt bei jeder Kasse.
🧮 Rechnet sich eine Wahlfranchise?
Die Rechnung vergleicht den Prämienrabatt mit dem, was du bei der höheren Franchise zusätzlich selbst zahlst. Beispiel mit Franchise 600 und einem angenommenen Rabatt von CHF 240 pro Jahr (der tatsächliche Rabatt hängt von der Kasse ab):
| Arztkosten im Jahr | Kosten mit Franchise 0 | Kosten mit Franchise 600 (nach Rabatt) | Günstiger |
|---|---|---|---|
| CHF 0 | CHF 0 | CHF −240 | Franchise 600 |
| CHF 200 | CHF 20 | CHF −40 | Franchise 600 |
| CHF 300 | CHF 30 | CHF 60 | Franchise 0 |
| CHF 600 | CHF 60 | CHF 360 | Franchise 0 |
| CHF 2’000 | CHF 200 | CHF 500 | Franchise 0 |
| CHF 10’000 | CHF 350 | CHF 710 | Franchise 0 |
Kosten mit Franchise 0 = 10 % Selbstbehalt. Mit Franchise 600 = Franchise + 10 % auf den Rest (max. 350) minus Rabatt. Eigene Berechnung nach KVG/KVV.
Bei CHF 240 Rabatt liegt die Gewinnschwelle bei rund CHF 267 Arztkosten im Jahr, beim gesetzlichen Höchstrabatt von CHF 420 bei rund CHF 467. Ein paar Arztbesuche, ein Medikament oder ein Notfall reichen, um darüber zu kommen. Deshalb bleibt für die meisten Familien – vor allem mit kleinen Kindern – die Franchise CHF 0 die sichere Wahl.
📅 Wechsel: Tiefere Franchise bis 30. November melden, höhere bis 31. Dezember – wirksam ab 1. Januar
✅ Wann eine Wahlfranchise sinnvoll sein kann
Wenn dein Kind über mehrere Jahre kaum Arztkosten hatte, du einen Rückschlag von bis CHF 950 im Jahr problemlos tragen kannst und der Rabatt deiner Kasse deutlich ist. Bei chronischen Krankheiten, Allergien oder kleinen Kindern mit häufigen Infekten spricht fast alles für Franchise 0.
❓ Häufige Fragen zur Franchise beim Kind
Haben Kinder eine Franchise?
Die ordentliche Franchise für Kinder ist CHF 0. Freiwillig kannst du CHF 100 bis 600 wählen.
Wie viel zahle ich maximal selbst?
Mit Franchise 0 höchstens CHF 350 Selbstbehalt pro Jahr, mit Franchise 600 höchstens CHF 950.
Wie viel Rabatt gibt eine höhere Kinderfranchise?
Das legt die Kasse fest, gesetzlich höchstens 70 % des zusätzlichen Risikos – bei Franchise 600 also bis CHF 420 pro Jahr.
Gilt eine Familienobergrenze?
Ja. Mehrere Kinder bei derselben Kasse zahlen zusammen höchstens Franchise und Selbstbehalt einer erwachsenen Person (Art. 64 Abs. 4 KVG).
Wann kann ich die Franchise ändern?
Auf 1. Januar. Eine tiefere Franchise musst du bis 30. November melden, eine höhere bis 31. Dezember.
🏁 Fazit
Die Franchise CHF 0 ist für die meisten Kinder die bessere Wahl: Schon ab rund CHF 270 bis 470 Arztkosten im Jahr ist sie günstiger als Franchise 600. Sparen lässt sich eher über Kasse, Modell und Prämienverbilligung.
- KVG, Art. 64 (abgerufen 27.09.2026)
- KVV, Art. 91–95 und 103–104 (abgerufen 27.09.2026)
- priminfo.admin.ch (abgerufen 27.09.2026)
Stand: 27.09.2026. Preise und Zeiten können sich ändern – verbindlich sind die Seiten der Anbieter.
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