Der Schweizerische Impfplan 2026 von BAG und Eidgenössischer Kommission für Impffragen (EKIF) legt fest, welche Impfungen Kinder wann erhalten sollen. Eine Impfpflicht gibt es nicht. Neu seit 2026: Alle empfohlenen Impfungen sind von der Franchise befreit.
Stand: 27. September 2026
- Impfplan 2026 (Stand Februar 2026) von BAG und EKIF – keine Impfpflicht
- Seit 1.1.2026: alle empfohlenen Impfungen samt Beratung ohne Franchise; Selbstbehalt bleibt
- Windpocken seit 2023 Basisimpfung, meist als MMRV mit 9 und 12 Monaten
- RSV: Impfung der Mutter (SSW 32–36) oder Antikörper-Dosis fürs Baby
- Zecken (FSME): Empfehlung ab 3 Jahren, Risikogebiet ganze Schweiz ausser Tessin
👶 Impfungen im ersten und zweiten Lebensjahr
| Alter | Basisimpfungen | Ergänzende Impfungen |
|---|---|---|
| Geburt bis 1. Woche | RSV-Antikörper (Nirsevimab), wenn das Baby zwischen Oktober und März geboren wird und die Mutter nicht geimpft wurde | – |
| 2 Monate | DTPa-IPV-Hib-HBV (6-fach), Pneumokokken | Rotaviren (oral) |
| 3 Monate | – | Meningokokken B |
| 4 Monate | DTPa-IPV-Hib-HBV, Pneumokokken | Rotaviren (oral) |
| 5 Monate | – | Meningokokken B |
| 9 Monate | MMRV (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) | – |
| 12 Monate | DTPa-IPV-Hib-HBV, Pneumokokken, MMRV | Meningokokken B und ACWY (12–18 Monate) |
Quelle: BAG/EKIF, Schweizerischer Impfplan 2026, Tabelle 1. Säuglinge, die zwischen April und September geboren werden, erhalten den RSV-Antikörper im Oktober.
Die Basisimpfungen und die Pneumokokken-Impfung sollen vor dem 13. Lebensmonat abgeschlossen sein. Bei der Rotavirus-Impfung sind die Fristen streng: Die erste Dosis muss bis spätestens 15 Wochen und 6 Tage erfolgen, ab 24 Wochen darf nicht mehr geimpft werden. Für Pneumokokken werden im 2+1-Schema PCV13 oder PCV15 verwendet; PCV20 ist für Säuglinge in diesem Schema nicht empfohlen.
🫁 RSV: zwei Wege für den Schutz im ersten Winter
| Weg | Wer | Wann |
|---|---|---|
| Impfung der Mutter (Abrysvo) | Schwangere, über die Gynäkologin | Schwangerschaftswoche 32+0 bis 36+0 |
| Antikörper fürs Baby (Nirsevimab) | Säugling, über die Kinderärztin | Geburt Oktober bis März: möglichst in der ersten Lebenswoche; Geburt April bis September: im Oktober |
Beide Wege gelten als gleichwertig; das Baby braucht nur einen davon. Quelle: Impfplan 2026.
🎒 Kindergarten und Schule
| Alter | Impfung |
|---|---|
| 4–7 Jahre | Auffrischung DTPa-IPV |
| 11–14 Jahre | HPV (Mädchen und Jungen, 2 Dosen) |
| 11–15 Jahre | Auffrischung dTpa; Hepatitis B nachholen, falls nicht als Säugling geimpft |
| ab 3 Jahren | FSME (Zecken), wenn das Kind sich im Freien aufhält |
Quelle: Impfplan 2026.
Fehlende Impfungen lassen sich in jedem Alter nachholen. Die Kinderärztin prüft den Impfausweis und erstellt einen Nachholplan.
🌲 Zeckenimpfung (FSME)
Seit 2024 empfiehlt das BAG die FSME-Impfung allen Kindern ab 3 Jahren, die sich in einem Risikogebiet im Freien aufhalten. Risikogebiet ist die ganze Schweiz ausser dem Tessin – also die ganze Ostschweiz. Bei Kindern von 1 bis 2 Jahren mit hohem Zeckenrisiko entscheidet die Ärztin im Einzelfall. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen.
💰 Wer zahlt?
Seit 1. Januar 2026 sind alle Impfungen nach Art. 12a der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) samt Impfberatung von der Franchise befreit – auch ergänzende Impfungen und die Zeckenimpfung. Der Selbstbehalt von 10 % bleibt; bei Kindern liegt er bei höchstens CHF 350 pro Jahr. Die kantonalen HPV-Impfprogramme sind ganz kostenlos, zum Beispiel in St. Gallen über Schulärztinnen, Kinderärzte und Hausärztinnen.
→ Schweizerischer Impfplan 2026 (PDF, BAG)
→ HPV-Impfprogramm Kanton St. Gallen
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❓ Häufige Fragen zum Impfplan
Gibt es in der Schweiz eine Impfpflicht für Kinder?
Nein. Der Impfplan enthält Empfehlungen von BAG und EKIF.
Wann beginnen die Impfungen?
Die Basisimpfungen starten mit 2 Monaten. Der RSV-Antikörper kann schon in der ersten Lebenswoche fällig sein, wenn das Baby im Winterhalbjahr geboren wird und die Mutter nicht geimpft wurde.
Ab wann wird gegen Zecken geimpft?
Empfohlen ab 3 Jahren für Kinder, die sich im Freien aufhalten. Risikogebiet ist die ganze Schweiz ausser Tessin.
Kostet Impfen etwas?
Seit 2026 fällt keine Franchise mehr an. Du zahlst nur den Selbstbehalt von 10 %, bei Kindern höchstens CHF 350 pro Jahr für alle Leistungen zusammen.
Was ist neu im Impfplan 2026?
Die Franchisebefreiung für alle empfohlenen Impfungen und die Präzisierung bei den Pneumokokken-Impfstoffen. Seit Herbst 2025 gibt es zudem die RSV-Impfung für Schwangere.
🏁 Fazit
Das erste Lebensjahr ist impftechnisch das dichteste: Termine mit 2, 3, 4, 5, 9 und 12 Monaten. Danach folgen Auffrischungen im Kindergarten- und Schulalter. Seit 2026 ist Impfen günstiger, weil die Franchise wegfällt.
- BAG/EKIF – Schweizerischer Impfplan 2026 (PDF) (abgerufen 27.09.2026)
- BAG – Impfungen ohne Franchise ab 2026 (abgerufen 27.09.2026)
- Kanton St. Gallen – HPV-Impfprogramm (abgerufen 27.09.2026)
Stand: 27.09.2026. Preise und Zeiten können sich ändern – verbindlich sind die Seiten der Anbieter.
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