Wenn es um Steuerabzüge Familien Schweiz 2026 geht, verschenken viele Eltern bares Geld, weil sie die kantonalen Unterschiede und die abzugsfähigen Maximalbeträge nicht genau kennen. Bei uns im Thurgau beobachte ich oft, dass Familien die Steuererklärung schnell hinter sich bringen wollen, statt Belege für Drittbetreuung oder Gesundheitskosten strategisch zu sammeln. Ich setze mich jedes Jahr im Februar mit einem Kaffee an unseren Esstisch und rechne alles präzise durch – für unser Familienbudget macht das schnell über 2500 Franken Unterschied aus.
- Kinderabzug Bund 2026: CHF 6800 pro Kind (angepasst an die Teuerung).
- Kinderabzug Kanton Thurgau: CHF 7000 pro Kind (Kanton St. Gallen: CHF 7200).
- Fremdbetreuung Bund: Maximalabzug von CHF 25’500 pro Kind für nachgewiesene Kita-Kosten.
- Krankheitskosten: Abzugsfähig, sobald sie 5 % des reinen Einkommens übersteigen (wichtig bei Zahnspangen).
- Individualbesteuerung: Die Abstimmung vom 8. März 2026 bringt eine langfristige Systemumwälzung für Ehepaare.
Hannes Nagel, Autor: „Als ich letztes Jahr die Kita-Rechnungen für unsere Steuererklärung im Thurgau zusammengerechnet habe, wurde mir wieder bewusst, wie wichtig dieser Abzug ist. Wer die Belege für die Drittbetreuung nicht sauber sammelt und deklariert, zahlt am Ende Tausende Franken zu viel an den Staat.“
📊 Das System: Bund vs. Kantone
Um die Steuerabzüge Familien Schweiz 2026 richtig zu verstehen, musst du das duale Steuersystem der Schweiz kennen. Du zahlst Steuern auf drei Ebenen: Bund, Kanton und Gemeinde. Während die direkte Bundessteuer für alle Schweizerinnen und Schweizer nach den gleichen Regeln berechnet wird, haben die Kantone bei den Staats- und Gemeindesteuern eine enorme Autonomie.
Eine gängige Faustregel Steuern Schweiz besagt: Die Kantons- und Gemeindesteuern machen etwa 70 bis 80 Prozent deiner gesamten Steuerlast aus. Die Bundessteuer fällt bei Familien mit mittlerem Einkommen oft nur marginal ins Gewicht, weil die Abzüge das steuerbare Einkommen stark drücken. Deshalb ist es entscheidend, dass du nicht nur die Bundesabzüge kennst, sondern explizit weisst, was in deinem Wohnkanton gilt.
✅ Die drei Steuerarten im Überblick
- Direkte Bundessteuer: Einheitliche Abzüge in der ganzen Schweiz (z. B. CHF 6800 Kinderabzug).
- Staatssteuer (Kanton): Eigene Steuergesetze und Abzugsregelungen (im Thurgau z. B. CHF 7000 pro Kind).
- Gemeindesteuer: Basiert auf dem kantonalen steuerbaren Einkommen, wird aber mit dem lokalen Gemeindesteuerfuss multipliziert.
👶 Der Kinderabzug im Detail
Der wichtigste Posten für die Steuerabzüge Familien Schweiz 2026 ist der allgemeine Kinderabzug. Diesen Pauschalbetrag darfst du von deinem reinen Einkommen abziehen, allein aufgrund der Tatsache, dass du für den Unterhalt eines Kindes aufkommst. Für das Steuerjahr 2025/2026 hat der Bund diesen Abzug an die Teuerung angepasst. Er beträgt nun CHF 6800 pro Kind (vorher CHF 6700).
Voraussetzung für den Abzug: Das Kind ist minderjährig oder in der Erstausbildung (Lehre, Studium) und du kommst für den Hauptteil des Unterhalts auf. Sobald das Kind ein eigenes, ausreichendes Einkommen erzielt (die Grenzen variieren kantonal, oft um die CHF 12’000 bis 15’000 pro Jahr), entfällt der Abzug für die Eltern.
| Steuerebene / Kanton | Kinderabzug 2026 (ca.) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bund (Direkte Bundessteuer) | CHF 6800 | Teuerungsausgleich per 2025 erfolgt |
| Kanton Thurgau (TG) | CHF 7000 | Zusätzlich CHF 1000 für Alleinerziehende |
| Kanton St. Gallen (SG) | CHF 7200 | Erhöht sich auf CHF 9000 bei Ausbildung auswärts |
| Kanton Zürich (ZH) | CHF 9000 | Teilweise nach Alter gestaffelt |
Beachte, dass du den Kinderabzug im Jahr der Geburt für das volle Jahr geltend machen kannst. Auch wenn dein Kind am 31. Dezember geboren wird, erhältst du den vollen Abzug für diese Steuerperiode.
🧸 Fremdbetreuungsabzug (Kita & Tagesmutter)
Die Kosten für die familienergänzende Kinderbetreuung sind für viele Familien der grösste Budgetposten. Glücklicherweise hat der Gesetzgeber hier in den letzten Jahren nachgebessert. Auf Bundesebene kannst du nachgewiesene Kosten für Kita, Hort oder Tagesmutter bis zu einem Maximalbetrag von CHF 25’500 pro Kind abziehen.

Dieser Abzug ist jedoch an strenge Bedingungen geknüpft:
- Die Fremdbetreuung muss in einem direkten kausalen Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfähigkeit der Eltern stehen.
- Das Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
- Du kannst nur die tatsächlich entstandenen Kosten abziehen. Pauschalen gibt es hier nicht.
- Kosten für Verpflegung (Mittagessen in der Kita) sind oft nur teilweise oder gar nicht abzugsfähig, hier entscheidet die kantonale Praxis.
🏥 Krankheitskosten und Zahnspangen
Auch Krankheitskosten fallen unter die Steuerabzüge Familien Schweiz 2026, werden aber oft vergessen, weil eine hohe Hürde eingebaut ist: der Selbstbehalt. Du kannst Krankheitskosten nur abziehen, wenn sie einen bestimmten Prozentsatz deines reinen Einkommens übersteigen. Beim Bund und in den meisten Kantonen (auch im Thurgau) liegt dieser Satz bei 5 Prozent.
Ein klassisches Familienbeispiel ist die Kieferorthopädie (Zahnspange). Wenn du in einem Jahr CHF 6000 für die Zahnspange deines Teenagers zahlst und diese Kosten nicht von einer Zusatzversicherung gedeckt sind, übersteigst du bei einem reinen Einkommen von CHF 80’000 die 5-Prozent-Hürde (CHF 4000). Die Differenz von CHF 2000 darfst du dann vom steuerbaren Einkommen abziehen.
✅ Abzugsfähig
- Selbstbehalte und Franchisen der Krankenkasse
- Zahnarzt- und Kieferorthopädie-Kosten
- Vom Arzt verschriebene Brillen/Kontaktlinsen
❌ Nicht abzugsfähig
- Die regulären Krankenkassenprämien (dafür gibt es den separaten Versicherungsabzug)
- Präventive Massnahmen (Fitnessabo)
- Rezeptfreie Medikamente ohne ärztliches Zeugnis
🎓 Ausbildungskosten für ältere Kinder
Wenn Kinder älter werden, ändern sich die Abzugsmöglichkeiten. Sobald ein Kind die obligatorische Schulzeit beendet hat und eine Lehre oder ein Studium beginnt, greifen Ausbildungsabzüge. Auf Bundesebene bleibt der pauschale Kinderabzug von CHF 6800 bestehen, solange das Kind in der Erstausbildung ist.
Einige Kantone gewähren jedoch grosszügigere Abzüge, wenn das Kind für die Ausbildung auswärts wohnen muss. Im Kanton St. Gallen erhöht sich der pauschale Abzug beispielsweise auf CHF 9000, wenn das Kind unter der Woche am Studienort wohnt. Wichtig: Ein Zweitstudium oder eine Weiterbildung des Kindes berechtigt die Eltern in der Regel nicht mehr zum Abzug.
🗳️ Die Individualbesteuerung 2026
Das Thema Steuern verheiratet ist in der Schweiz ein politischer Dauerbrenner. Aktuell werden Ehepaare gemeinsam besteuert, was durch die Steuerprogression oft zu einer höheren Steuerbelastung führt (die sogenannte «Heiratsstrafe»). In Deutschland kennt man das Ehegattensplitting, das dieses Problem mindert – die Schweiz geht nun einen anderen Weg.
Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Einführung der Individualbesteuerung ab. Bei einem Ja werden künftig alle Personen unabhängig vom Zivilstand individuell besteuert. Das bedeutet: Jeder Ehepartner füllt eine eigene Steuererklärung aus und wird separat besteuert.
Die Abstimmung beeinflusst die Steuerabzüge Familien Schweiz 2026 für die laufende Deklaration noch nicht direkt, da die Umsetzung bei einem Ja Jahre dauern wird. Dennoch ist der Systemwechsel absehbar. Kinderabzüge würden bei einer Individualbesteuerung hälftig auf beide Elternteile aufgeteilt, sofern sie sich nicht auf eine andere Aufteilung einigen.
⚖️ Sonderfall: Getrennt lebende Eltern
Für getrennt lebende oder geschiedene Eltern gelten besondere Regeln. Wer Alimente (Kinderalimente) zahlt, darf diese in der Regel von seinem Einkommen abziehen. Im Gegenzug muss der empfangende Elternteil die Alimente als Einkommen versteuern.
Den Kinderabzug erhält grundsätzlich derjenige Elternteil, der für den Hauptunterhalt aufkommt. Bei alternierender Obhut (50/50-Betreuung) ohne Alimentenzahlungen wird der Kinderabzug auf Bundesebene hälftig geteilt. Die kantonalen Praktiken können hier stark abweichen, weshalb ein Blick in die Wegleitung deines Wohnkantons zwingend ist.
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→ Förderungen und Finanztipps❓ Häufige Fragen zu Steuerabzüge Familien Schweiz 2026
Was ändert sich bei den Steuern 2026 für Familien?
Auf Bundesebene wurde der Kinderabzug an die Teuerung angepasst und liegt nun bei CHF 6800. Die grösste potenzielle Änderung ist jedoch die Abstimmung zur Individualbesteuerung am 8. März 2026. Ein Ja würde bedeuten, dass Ehepaare künftig getrennt besteuert werden, was die sogenannte Heiratsstrafe abschaffen würde. Die Umsetzung würde aber erst in den Folgejahren greifen.
Wie viel Steuern spart man mit Kind in der Schweiz?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da es vom Gemeindesteuerfuss und der Progression abhängt. Ein Kinderabzug von CHF 7000 reduziert dein steuerbares Einkommen. Wenn du dich in einer Steuerprogression von 15 % befindest, sparst du effektiv etwa CHF 1050 an reinen Steuern pro Kind. Dazu kommen Einsparungen durch den Fremdbetreuungsabzug, die noch deutlich höher ausfallen können.
Kann ich die Krankenkassenprämien der Kinder abziehen?
Ja, allerdings nicht unbegrenzt. Es gibt den pauschalen Versicherungsabzug. Beim Bund beträgt dieser für Ehepaare CHF 3500, plus CHF 700 für jedes Kind. Die Kantone haben eigene, oft grosszügigere Pauschalen. Im Kanton Thurgau kannst du beispielsweise bis zu CHF 6000 für ein Ehepaar plus CHF 1000 pro Kind für Versicherungsprämien abziehen.
Wann wird die Individualbesteuerung in der Schweiz eingeführt?
Am 8. März 2026 stimmt das Schweizer Volk über die Einführung ab. Selbst bei einer Annahme wird die tatsächliche Einführung auf kantonaler und Bundesebene mehrere Jahre dauern, da IT-Systeme, Steuergesetze und Formulare komplett umgebaut werden müssen. Experten rechnen nicht vor 2030 mit einer definitiven Umsetzung in den Steuererklärungen.
Was gilt für unverheiratete Paare mit Kindern?
Konkubinatspaare werden bereits heute individuell besteuert. Den Kinderabzug und den Fremdbetreuungsabzug erhält in der Regel der Elternteil, der das Kind überwiegend finanziell unterstützt. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge und 50/50-Betreuung ohne Unterhaltszahlungen werden die Abzüge auf Bundesebene hälftig aufgeteilt. Kantonal gibt es hier jedoch unterschiedliche Handhabungen.

🌱 Fazit: Steuern optimieren lohnt sich
Die Steuerabzüge Familien Schweiz 2026 bieten dir erhebliche Hebel, um das Familienbudget zu entlasten. Besonders bei den Drittbetreuungskosten und den Gesundheitsausgaben (Zahnspangen) lassen viele Eltern Geld liegen, weil sie die Belege nicht konsequent sammeln. Rechne deine Situation mit dem Steuerrechner deines Kantons durch und deklariere jeden abzugsfähigen Franken. Wer sich einmal in die Systematik aus Bundes- und Kantonsabzügen eingearbeitet hat, profitiert davon jedes Jahr aufs Neue.
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