Einmal im Jahr gehört die Strasse den Velos: Der slowUp Bodensee 2026 findet am Sonntag, 30. August 2026 statt – und es ist die 25. Ausgabe. Vierzig autofreie Kilometer zwischen Romanshorn, Amriswil und Arbon, rund 80 Attraktionen am Wegrand, keine Anmeldung, kein Eintritt. Für Familien ist das einer der wenigen Anlässe, an denen auch kleine Kinder ohne Angst vor Autos fahren können.
Stand: 17. August 2026 · Angaben nach slowup.ch und Thurgau Tourismus
Die Strecke des slowUp Bodensee 2026
Der Rundkurs führt von Romanshorn über Amriswil und Roggwil via Horn und Arbon zurück zum Romanshorner Hafen – durch zehn Gemeinden, seit 2023 auch durch Muolen im Kanton St. Gallen. Ein grosser Teil verläuft direkt am Seeufer, der Rest durch die Obsthaine von «Mostindien».
| Angabe | Detail |
|---|---|
| Datum | Sonntag, 30. August 2026 |
| Strecke gesperrt | 9:00 bis 18:00 Uhr |
| Länge | rund 40 km, Rundkurs |
| Kosten | gratis, keine Anmeldung |
| slowUp-Villages | Romanshorn, Amriswil, Arbon |
| Teilnehmende | jährlich rund 33’000 bis 35’000 |
Weil es ein Rundkurs ist, bestimmt ihr Richtung und Einstiegspunkt selbst. Das ist mit Kindern der entscheidende Vorteil: Ihr müsst nicht die ganzen 40 Kilometer fahren. Ein Abschnitt zwischen zwei Villages reicht völlig – und wer nicht mehr mag, steigt in den Zug.
Mit Kindern am slowUp Bodensee 2026
Aus Familiensicht sind drei Dinge entscheidend, und alle drei sprechen für diesen Anlass:
- Keine Autos. Das ist der ganze Punkt. Kinder, die sonst nur auf dem Trottoir fahren, können hier zum ersten Mal frei rollen.
- Flach. Der Oberthurgau ist kein Bergland, die Strecke ist auch mit Anhänger oder Laufrad machbar.
- Ausstieg jederzeit. Romanshorn, Amriswil und Arbon liegen an der Bahn – ihr könnt die Tour abbrechen, ohne zurückfahren zu müssen.
In den Villages gibt es mehr als nur Festwirtschaften: In Amriswil warten ein Gumpischloss und Spielmöglichkeiten der Ludothek, während die Erwachsenen in der Festwirtschaft des Rad- und Motorfahrervereins sitzen. Entlang der Strecke stehen Sponsorenstände mit kleinen Geschenken für Kinder, Reparaturstationen für Velos, Toiletten und Sanitätsposten.
Realistische Einschätzung nach Alter: Mit Kindern ab etwa sechs Jahren, die sicher Velo fahren, sind zehn bis fünfzehn Kilometer plus Pausen ein guter Tag. Kleinere Kinder kommen in den Anhänger oder aufs Laufrad und machen einen kurzen Abschnitt. Inline-Skates funktionieren auf dem Asphalt gut, verlangen aber sichere Bremstechnik – bei 35’000 Leuten wird es stellenweise eng.
Anreise und Parkieren
Die Bahn bringt euch fast direkt an den Rundkurs: Zielorte im SBB-Fahrplan sind Romanshorn, Arbon oder Amriswil. Zwei Punkte, die am slowUp Bodensee 2026 regelmässig für Ärger sorgen:
- Der Velotransport in der Bahn ist beschränkt, es gibt keine Transportgarantie. Ein Velobillett ist nötig. Wer sicher fahren will, kommt früh oder mietet vor Ort.
- Postauto und Bus Oberthurgau transportieren keine Velos. Während des slowUp fahren die Kurse zudem teilweise auf geänderten Strecken oder fallen aus.
Mit dem Auto ist die Anreise möglich, aber unpraktisch – die Strecke selbst ist gesperrt. Parkplätze und die gesamte Infrastruktur sind auf der offiziellen Streckenkarte von slowup.ch eingezeichnet. Der Anlass ist auch bei Thurgau Tourismus aufgeführt.
Barrierefrei unterwegs
Der slowUp Bodensee 2026 ist wie fast alle slowUp-Anlässe auf hindernisfreien Zugang verpflichtet. Es stehen Parkplätze für Fahrzeuge mit Behinderten-Parkkarte und rollstuhlgängige Toiletten bereit. An den meisten Standorten lassen sich über Rent a Bike und die Stiftung Cerebral Spezialfahrzeuge mieten – Handbikes, Rollstuhlvelos und ähnliche Modelle. Wer das nutzen will, reserviert besser im Voraus.
Verpflegung: den Rucksack kannst du zu Hause lassen
Entlang der Strecke sorgen Vereine und Betriebe für das leibliche Wohl: Festwirtschaften in den Dörfern, Fischbeizen am See, regionale Produkte direkt vom Bauernhof. In den drei Villages gibt es grosse Festwirtschaften mit Grilladen, Pasta und vegetarischen Angeboten.
Zwei Tipps aus der Praxis: Bargeld einstecken, weil nicht jeder Vereinsstand Karte nimmt. Und die Mittagszeit meiden – zwischen 12 und 13 Uhr stehen in den Villages die längsten Schlangen. Wer um halb zwölf oder erst um zwei isst, spart eine halbe Stunde Wartezeit.
Was bei Regen gilt
Der slowUp findet grundsätzlich bei jeder Witterung statt. Bei Dauerregen bleiben viele zu Hause, was den Anlass angenehm leer macht – dafür ist der Asphalt mit Inline-Skates dann nicht zu empfehlen. Kurzfristige Informationen stehen auf der offiziellen Website. Als Rückfallebene mit Kindern taugen unsere Indoor-Ausflüge in der Ostschweiz.
Wenn ihr Lust auf mehr habt
Der slowUp ist nicht die einzige Gelegenheit, die Region auf dem Velo zu erleben. Weitere Ideen findet ihr in unserem Beitrag zur Velotour am Bodensee für Familien, zum Hafenfest Romanshorn und im Überblick zu Familienausflügen im Thurgau. Wer den Sommer am Wasser ausklingen lassen will, findet Anregungen beim Badefest am Bodensee.
25 Jahre autofreier Sonntag
Der slowUp ist keine Thurgauer Erfindung, sondern ein schweizweites Format: Rund zwanzig Anlässe pro Jahr sperren jeweils eine Rundstrecke für den motorisierten Verkehr. Am Bodensee läuft das nun zum 25. Mal, und der Anlass hat sich vom Velotag zu einem regionalen Begegnungstag entwickelt. Mit 33’000 bis 35’000 Teilnehmenden gehört er zu den grössten Veranstaltungen im Kanton.
Getragen wird das von den Gemeinden entlang der Strecke, von Vereinen und von vielen Freiwilligen. Wer an einem Verpflegungsstand steht, ist in der Regel Mitglied eines lokalen Vereins – der Umsatz dieses einen Tages finanziert oft ein ganzes Vereinsjahr. Das ist ein Grund mehr, unterwegs etwas zu konsumieren statt den eigenen Rucksack zu leeren.
So planen wir den Tag
- Früh starten. Zwischen 9 und 10 Uhr ist die Strecke noch leer, mit kleinen Kindern ist das die angenehmste Stunde des Tages.
- Einen Abschnitt wählen statt der ganzen Runde. Romanshorn nach Arbon und zurück ist ein guter Zuschnitt für einen halben Tag.
- Ein Village als Mittagsziel setzen. Dann gibt es ein klares Ziel, und die Kinder haben etwas, worauf sie hinfahren.
- Rückfahrt mit dem Zug einplanen. Das nimmt den Druck raus – niemand muss die Strecke zwingend zurückfahren.
- Sonnenschutz und Wasser. Ende August kann es am See heiss werden, und Schatten gibt es entlang der Uferabschnitte wenig.
Was wir uns abgewöhnt haben: den ganzen Rundkurs als Ziel zu setzen. Vierzig Kilometer sind für Erwachsene ein gemütlicher Ausflug, mit Kindern werden sie zur Etappe. Der slowUp Bodensee 2026 belohnt niemanden fürs Durchfahren – es gibt keine Zeitmessung und keine Startnummer.
Was ihr unterwegs seht
Der Streckenabschnitt landeinwärts führt durch die Obstkulturen des Oberthurgaus. Ende August hängen die Bäume voll, die Ernte steht kurz bevor – das ist der Grund, warum die Region «Mostindien» heisst. Einzelne Höfe verkaufen direkt am Weg Most, Äpfel und Süssmost.
Am Seeufer wechselt das Bild: Hafenanlagen, Badeplätze, Fischbeizen. In Romanshorn liegt der grösste Hafen des Bodensees, in Arbon reicht die Altstadt bis fast ans Wasser. Wer den Tag verlängern will, hängt ein Bad an – Badesachen gehören an einem slowUp-Sonntag ohnehin in den Rucksack.
Häufige Fragen zum slowUp Bodensee 2026
Wann findet der slowUp Bodensee 2026 statt?
Am Sonntag, 30. August 2026. Die Strecke ist von 9:00 bis 18:00 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. Es ist die 25. Ausgabe.
Was kostet die Teilnahme?
Nichts. Der slowUp ist gratis, eine Anmeldung gibt es nicht. Du steigst einfach an einem beliebigen Punkt der Strecke ein.
Wie lang ist die Strecke?
Rund 40 Kilometer als Rundkurs von Romanshorn über Amriswil und Roggwil via Horn und Arbon zurück zum Romanshorner Hafen. Du musst nicht die ganze Runde fahren.
Ist der slowUp für kleine Kinder geeignet?
Ja. Die Strecke ist flach und autofrei. Mit Kindern unter sechs Jahren empfiehlt sich ein Anhänger oder ein kurzer Abschnitt zwischen zwei Villages statt der ganzen Runde.
Kann ich mein Velo im Zug mitnehmen?
Nur beschränkt. Es gibt keine Transportgarantie, ein Velobillett ist nötig, und Postauto sowie Bus Oberthurgau nehmen gar keine Velos mit. Früh anreisen hilft.
Ist der Anlass rollstuhlgängig?
Ja. Es gibt Parkplätze mit Behinderten-Parkkarte und rollstuhlgängige Toiletten, an vielen Standorten lassen sich Spezialfahrzeuge mieten.
Ein letzter Hinweis: Der slowUp Bodensee 2026 ist ein Bewegungs- und Begegnungstag, kein Rennen. Wer mit Kindern unterwegs ist, plant grosszügig – die Pausen sind der eigentliche Inhalt des Tages.

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